Geschichte

Graf Phillipp III von Rieneck führte in seinem Gebiet die deutsche Predigt und das Abendmahl in beiderlei Gestalt ein. Auch als Mainzer Lehensherr hatte er das Recht der Anstellung bzw. Absetzung von Geistlichen. Sein kundiger Helfer bei der Einführung der Reformation in Lohr am Main war der junge Magister Johann Konrad Ulmer aus Schaffhausen, der von keinem geringeren als Dr. Martin Luther selbst, auf Bitten der Rienecker Grafen, von Wittenberg an der Elbe nach Lohr geschickt wurde. Er hatte eben sein Magisterexamen bei Philipp Melanchton erfolgreich abgeschlossen und war von ihm empfohlen worden.
 
Segensreich wirkte Ulmer als erster evangelischer Geistlicher in der bald völlig evangelischen Stadt Lohr 22 Jahre lang von 1544 - 1566. Er gewann die Herzen der Lohrer Bevölkerung durch seine Predigten, durch geduldige Unterweisung der Jugend und durch nachgehende Seelsorge. Er heiratete eine Lohrer Bürgerstochter, mit der er eine glückliche, kinderreiche Ehe führte. Das evangelische Gemeindezentrum wurde nach dem Reformator benannt. Seit 8.Juli trägt es den Namen "Ulmerhaus".

Doch damit eilen wir in der geschichtlichen Entwicklung weit voraus. Das Schicksal der ersten evangelischen Gemeinde erfüllte sich bereits mit dem kinderlosen Tod des letzten Rienecker Grafen, eben jenes erwänten Philipp III im Jahre 1559 - er liegt in der Michaelskirche begraben, in der auch Ulmer 22 Jahre lang predigte. Auf seinem Grabstein links neben dem Hochaltar ist noch heute zu lesen: "Kinderlos abgestorben und der Letzt in seinem Geschlecht gewesen" . Die Grafschaft Rieneck und damit auch die Stadt Lohr fielen nun als erloschenes Lehen an das Kurerzbistum Mainz.

Lohr hat eine lange und bewegte Geschichte. Das gilt auch für die ev. Kirchengemeinde. Besonders sehenswert ist auch das Alterbild von Matthäus Schiestl: