Dekanatsfrauentag 2021

Vortrag mit Auditorium: Beim gut besuchten Dekanatsfrauentag in Dittlofsroda gab Angelika Müller, Rödental, thematische Impulse aus dem Gemeindealltag weiter.
Bildrechte: Carolin Esgen

Bericht von Carolin Esgen

Auf großes Interesse stieß der Frauentag des Ev.-Luth. Dekanats Lohr am 18. September in der Turnhalle in Dittlofsroda zum Thema „Sag nicht Ja, wenn du Nein sagen willst.“. Nach langer coronabedingter Durststrecke hatte das Team um die Frauenbeauftragten Christa Heil und Martina Klein entschieden, zunächst für die nord-östliche Dekanatsregion ein Treffen anzubieten. Eine gute Entscheidung: Nahezu alle der 56 verfügbaren Plätze wurden von 39 Teilnehmerinnen, dem 12-köpfigen Team um die Frauenbeauftragten Christa Heil, Geroda, Martina Klein, Lohr a.Main, von weiteren Beteiligten und geladenen Gästen genutzt.

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Grußworte sprachen Dekan Till Roth, Lohr a.Main, Herr stellvertr. Bürgermeister Markus Doberstein, Gemeinde Wartmannsroth, und Pfarrer Thomas Kohl, Pfarrei Dittlofsroda. Wertgeschätzt wurde das Engagement der Dekanatsfrauen und die Geduld bei der Vorbereitung einer solchen Veranstaltung in besonderen Zeiten. Pfarrer Kohl betonte die gute Zusammenarbeit mit der Kommune und dankte für die Überlassung der Turnhalle. Bürgermeister Doberstein erläuterte die Situation eines krebskranken Mädchens, für deren unterstützenden Therapien am Frauentag gesammelt wurde. Mit Blick auf das Thema des Frauentags stellte Dekan Roth die Frage in den Raum, ob die Art und Weise, wie wir um Unterstützung bitten oder zu Veranstaltungen einladen, gelegentlich bereits zu viel Druck aufbaue.

In einem Impulsvortrag fächerte Referentin Angelika Müller aus Rödental zahlreiche Alltagssituationen auf, in denen es um Entscheidung zwischen Ja und Nein, um mögliche Überbelastung und eigene Zielsetzung im Leben, um das Sorgen für die eigenen Bedürfnisse und um Vergebung ging. Lebhaft ihre Erfahrungen als Seelsorgerin, Familienfrau und aktives Gemeindeglied einbeziehend ermutigte sie zum Nein, das ein Ja zu sich selbst darstelle. „Der thematische Bogen war sehr weit gespannt. Mir hat gut gefallen, dass der Vortrag so viele Themen aus der Praxis aufgegriffen hat“, freute sich eine Teilnehmerin, schon über Jahre aktiv für den Frauentag. Von anderer Seite war lobende Würdigung der sorgfältigen Vorbereitung der Referentin und ihrer großen Praxisnähe zu hören. „Ich hätte mir gewünscht, noch enger am Thema zu bleiben, dieses von verschiedenen Seiten und noch stärker theologisch beleuchtet zu sehen“, überlegte eine Dame, die nach eigener Aussage seit Jahren von Impulsen der Seminartage profitiert.

Viele zog es bei einladendem Spätsommerwetter zur Vertiefung des Themas nach draußen: gemeinsames Singen und ein meditativer Spaziergang boten Gelegenheit dazu. Bibliolog und Gesprächsgruppe wurden zusätzlich angeboten. Kreativ setzten sich die Teilnehmerinnen mit den Gründen auseinander, warum Menschen eine Tendenz zur Zustimmung haben, auch wenn sie Grenzen oder Abwehr spüren. Angst vor Konflikten, große Hilfsbereitschaft und der Wunsch, dazuzugehören: die Gründe sind mannigfaltig. Unterschiede zwischen Generationen wurden festgestellt – ganz unbefangen von Ella, 9 Jahre alt, auf den Punkt gebracht: ihr klares „Nein“ auf die Frage, ob sie noch weiter nach passenden Puzzleteilen beim Kreativangebot suchen wolle, wurde mit zustimmendem Lachen, einer gewissen Verblüffung und mit Respekt aufgenommen.

Kreativgruppe: Thematisch vertieft wurde in Kleingruppen: hier beim Gedankenpuzzle unter Anleitung von Christel Pajunk, Bad Brückenau (vierte von rechts), und Kirsten Zinn, Zeitlofs-Roßbach (rechts im Bild)
Bildrechte: Carolin Esgen

Nachdenklich wurde es in den Gesprächen während der Programmpausen: „Wenn man mal nicht mehr Ja sagen kann, sei es aus persönlichen oder aus Krankheitsgründen, dann kann man sich schnell auch als Mensch vergessen fühlen. Das will verarbeitet werden.“ Eine andere Teilnehmerin überlegte: „Werden Menschen, die oft Nein sagen oder sich selten beteiligen, nicht doch mehr respektiert? Ihr Mitwirken scheint weniger selbstverständlich, wird deshalb mehr geschätzt - so kommt es mir vor.“ Der Dekanatsfrauentag bot Raum für das Teilen von Erfahrungen, bei dem die Frauen einander auch Halt und Anteilnahme am alltäglichen Leben geben konnten. Pfarrerin Marina Rauh, Höllrich, bot zusätzlich die Möglichkeit eines persönlichen seelsorglichen Gesprächs an. Die ruhige und freundlich-fröhliche Atmosphäre mit kreativer Gestaltung, guter leiblicher Versorgung, anregendem Büchertisch und schwungvoller musikalischer Gestaltung durch die Gruppe „Streuobst“ lud zum Verweilen und zum Austausch ein. „Wir sind dankbar für die große Resonanz und für unser Zusammensein“, sagte Christa Heil abschließend. Nach Andacht und Segen sprach Martina Klein diesen Dank allen Helfenden, aber auch den Teilnehmerinnen zu. „Danke an Sie, die Sie sich auf den Weg hier zum Dekanatsfrauentag gemacht haben. Ohne Sie und Ihr Interesse hätte dieser Tag so nicht stattfinden können“, gab sie den Frauen mit auf den Weg.

Der Dekanatsfrauentag für die Region Mitte und Süd des Dekanatsbezirks wird im Frühjahr 2022 zum gleichen Thema stattfinden, Termin und Ort in der Presse und auf der Homepage des Dekanats www.evang-dekanat-lohr.de bekannt gegeben. Die Frauentage laden alle Interessierten ein - über Regionen- und Konfessionsgrenzen hinweg.