Herbstsynode im November

Gut weitermachen – Unser Dekanat näher kennenlernen! Dieses Thema der diesjährigen Hauptsynode des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Lohr a.Main wurde gewählt, um die anwesenden 47 Synodalen auf einen einheitlichen Wissenstand über die Strukturen des Dekanats zu bringen. Auf dieser gemeinsamen Grundlage sollen die Vertreter auf der übergemeindlichen Ebene zusammenwachsen und die nächsten Veranstaltungen zu vertiefende Themen miteinander bestreiten. Das Gremium der gewählten Kirchenvorsteher/-innen, Pfarrer/-innen und berufenen Mitgliedern wurde 2019 gewählt und besteht für 6 Jahre.

Die Synode, die in der Scherenberghalle in Gemünden a.Main stattfand, begann mit einem Abendmahlsgottesdienst unter der musikalischen Gestaltung von Dekanatskantor Mark Genzel. Im Anschluss bedankte sich Fritz Schroth, der die Dekanate Lohr und Bad Neustadt bis 2019 und damit über 30 Jahre lang als Mitglied der Landessynode vertrat, für das Vertrauen, das gute Miteinander und die gelungene Kommunikation unter den Ebenen der Kirchenleitung. Abschließend wies er auf den Umgang mit Ehrenamtlichen der Kirchengremien hin und forderte eine Kultur der wertschätzenden erinnernden Wahrnehmung auch nach deren Ausscheiden aus dem Amt.    

In seiner Eröffnung betonte Präsidiumsmitglied Martin Hentschel, dass Christen, Kirchengemeinden und Dekanat immer stärker gebraucht würden, obwohl sie zahlenmäßig weniger werden. Dennoch sei man „schon längst mobil und auf dem Weg zu den Menschen hin“. Gebraucht, Geliebt und Gesegnet – Mit diesen etwas anderen 3G gerüstet, werde man sich nun auf den weiteren Weg machen!

In seinem jährlichen Bericht blickte Dekan Till Roth auf das vergangene Jahr zurück, berichtete von personellen Veränderungen (u.a. Verabschiedung Pfr. Töpfer aus der Kirchengemeinde Marktheidenfeld, Dienstbeginn der neuen Dekanatsjugend-referentin Mona Schenker und der Jugendreferentin Daniela Hoffmann in Marktheidenfeld) und Veranstaltungshighlights (u.a. 50jähriges Jubiläum der Evang. Jugend, Seminar Begleitende Seelsorge für engagierte Gemeindeglieder).

Die Corona-Pandemie führte zum Ausfall von Veranstaltungen wie der Herbstsynode 2020 und erhöhten Nachfrage nach Diensten wie der Schulseelsorge. Doch die Krise war zugleich Geburtshelferin neuer Formen der Verkündigung und gottesdienstlichen Lebens wie Telefonandachten, Podcasts und YouTube- oder Drive-In-Gottesdienste.

Nach einem Überblick über die Finanzen – eine ausführliche Einführung in den Dekanatshaushalt erhielten die Synodalen von Pfarrer Thomas Schweizer (Gemünden) – beschrieb Dekan Roth die anstehenden Herausforderungen:   

Die christlichen Kirchen hätten mit den Auswirkungen der gesellschaftlichen Veränderungen unserer Zeit zu kämpfen. Es müssten strukturelle Aufgaben bewältigt werden, der Bedarf an Stellen und Gebäuden wie Pfarrhäusern müsse im Zuge der aktuellen Landesstellenplanung an die zurückgehende Zahl von Gemeindegliedern angepasst werden.

Strukturelle Entwicklung binde viele Ressourcen, und sei oft entmutigend, wenn man die Perspektive allein auf diese Aufgabe beschränke. Zuwenig Raum erhalte dagegen oft die die inhaltliche Gestaltung. Gemeindearbeit in der heutigen Zeit brauche mehr aktive Mitgestaltung des kirchlichen Lebens. Ehrenamtlichen müssten gewonnen und in ihrem selbstständigen Engagement gestärkt, die Weitergabe des Glaubens an die nächste Generation gefördert werden.

Dort wo inhaltliche Kräfte nicht ausreichen, können Kooperationen mit Nachbargemeinden und Angebote der Landeskirche unterstützen. In manchen Bereichen sei jedoch ein Umdenken gefordert – Traditionen dürften nicht um der Tradition willen bewahrt werden, sondern müssen auftragsgemäß betrachtet werden. Dekan Roth lud die Versammelten dazu ein den Blick auf die kleinen Dinge zu lenken, sie zu würdigen und treu mit dem umzugehen was uns gegeben sei.

Am Nachmittag trafen sich die Teilnehmer in Kleingruppen, um vier der sieben Arbeitsfelder des Dekanats näher kennenzulernen: Dazu wurden sie von Referenten aus dem jeweiligen Fach informiert: Aus der Jugendarbeit berichtete Dekanatsjugendpfarrerin Sabine Schlagmüller (Burgsinn), im Arbeitsfeld Diakonisches Handeln sprach der Leiter des Diakonischen Werkes Lohr a.Main: Michael Donath. Für die Kirchenmusik standen Dekanatskantor Mark Genzel und Präsidiumsmitglied Manuela Weber Rede und Antwort. Aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit informierten Pfarrer Niels Hönerlage (Weissenbach) und Martin Hentschel. Die Synodalen hatten Gelegenheit zu erfahren und zu diskutieren wie das Dekanat diese Dienste derzeit wahrnimmt und wie ihre Ausrichtung in Zukunft sein sollte um den Herausforderungen der Zeit gerecht zu werden.

Am Ende dankte Manuela Weber allen Mitwirkenden und den Helfern aus Gemünden und den umliegenden Gemeinden. Die nächste Synode kommt im November 2022 zusammen.

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