Wort zum Sonntag

Das Wort zum Sonntag erscheint in der Wochenendausgabe der Saalezeitung und wird danach hier  veröffentlicht.

 

Matthias Karwath
Bildrechte: M. Karwath

Liebe Leserinnen und Leser,

ein neues Jahr hat begonnen und deshalb möchte ich Ihnen erstmal alles Gute, möglichst viel Gesundheit und den Segen Gottes für dieses Jahr wünschen.

Was uns leider im neuen Jahr genauso wie im alten Jahr begleiten wird, ist die Corona-Situation. In vielen Diskussionen vermisse ich dabei oft den Gesamtblick auf die Eine Welt. Das Corona-Virus bedroht nicht nur uns in Deutschland oder Europa, sondern betrifft alle Menschen dieser Erde.

Weltweit sind weniger als 40% der Menschheit geimpft, weil in vielen Ländern dieser Erde der notwendige Impfstoff fehlt. Man braucht kein Virologe zu sein, um sich ausrechnen zu können, dass sich immer wieder neue Varianten des Corona-Virus bilden werden, solange wir diesem Virus nicht in Verantwortung für alle Menschen begegnen.

In erschreckender Weise zeigt sich für mich an dieser Pandemie, wie sehr doch jedes Land in erster Linie an sich selber denkt. Gegen Malaria gibt es beispielsweise bis heute keinen Wirkstoff. Wäre Malaria eine europäische oder nordamerikanische Krankheit, hätte man schon längst  eine Möglichkeit geschaffen, dagegen vorzugehen. Da die Menschen in Indien oder in Teilen Afrikas die Medikamente oder Impfstoffe gegen Malaria auf Dauer aber nicht zahlen können, wird eben nicht weiter nach einem Impfstoff geforscht!

In diesen Tagen stehen wir immer noch in der Weihnachtszeit. An Weihnachten feiern wir die Geburt Jesu. Er ist Mensch geworden als Hoffnungszeichen für die Menschheit, nicht nur für Juden, Christen oder Europäer.

Ich rufe uns alle von daher auf, unseren Blick auf die „Eine zusammenhängende Welt“ zu weiten.
ADVENIAT, das Hilfsprogramm der katholischen Kirche zum Weihnachtsfest, schlägt Alarm: die Spendenaufkommen sind im letzten Jahr aufgrund der reduzierten Weihnachtsgottesdienste um mehr als 50% eingebrochen. Es ist auch in diesem Jahr damit zu rechnen, dass weniger Spenden eingehen.

Zum Dreikönigsfest kann die STERNSINGERAKTION nicht so  durchgeführt werden, dass die Kinder von Haus zu Haus gehen, um den Segen von Weihnachten für das neue Jahr zu übermitteln. In den meisten Pfarreien werden deshalb Spendentüten in die Briefkästen eingeworfen. Auch da steht zu befürchten, dass diese weltweit schönste Hilfsaktion von Kindern für Kinder wesentlich weniger unterstützt wird, weil sie aus dem Fokus der Aufmerksamkeit verschwindet.

Gott wird Mensch nicht nur für ein paar Privilegierte. Von daher meine Bitte und mein Wunsch: Unterstützen wir die Hilfsorganisationen von ADVENIAT (Spendenkonto: DE03 3606 0295 0000 0173 45) und der STERNSINGERAKTION (Spendenkonto: DE95 3706 0193 0000 0010) Spenden werden auch noch im Januar dankbar entgegengenommen.

Unterstützen wir aber auch den Kampf gegen die Corona-Pandemie durch die Verteilung des Impfstoffes in allen Teilen dieser Welt.

Vielen Dank für alles, was Sie geben. Alles Gute und viel Kraft für dieses Jahr wünscht Ihnen

Matthias Karwath,
Pfarrvikar und Exerzitienbegleiter