Sehr geehrte Frau Elzenbeck, Sie wurden ausgewählt, Nachfolgerin von Michael Donath zu werden. Das heißt, Sie übernehmen die Leitung der Sozialen Dienste der Diakonie Lohr, im April noch an der Seite von Michael Donath, nach seinem Ruhestandseintritt Ende Mai dann selbständig. Worauf freuen Sie sich an dieser Aufgabe?
Silke Elzenbeck: Leben und Arbeiten heißt miteinander unterwegs sein. Ich freue ich mich daher auf spannende, interessante Begegnungen mit Menschen unterschiedlichen Alters und Herkunft. Mir gefällt an der Stelle die Vielfalt an Aufgaben von der Beratungstätigkeit hin zur Zusammenarbeit mit Ehren- und Hauptamtlichen zur Mitgestaltung von Projekten wie Mehrgenerationen-Café, Alltagsbegleitungsschulung oder auch der Tafel für bedürftige Mitmenschen als unverzichtbare Aufgabe. Es war und ist mir immer ein Anliegen, besonders Menschen in sozialen Notlagen im Hinblick auf mehr gesellschaftliche Teilhabe zu unterstützen.
Sie bringen bereits vielfältige Erfahrungen aus Beratungstätigkeiten mit. Was waren Ihre bisherigen beruflichen Stationen?
Silke Elzenbeck: Prägend für mich waren meine Tätigkeiten als Dekanatsjugendreferentin in Rüsselsheim, als Stadtjugendpflegerin in Kitzingen oder auch als Jugendsozialarbeiterin in Bad Neustadt beim Amt für Jugend und Familie. Daneben gibt es viele Bereiche, in die ich kürzere Zeit während Praktika, Projekten oder beruflicher Tätigkeit hineingeschnuppert habe, zum Beispiel: Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung und mit psychischen Erkrankungen, erwerbssuchenden Menschen oder in der Beratung von Familien.
Ihnen liegt die Offenheit für Ihre Mitmenschen sehr am Herzen. Was meinen Sie damit genau? Wie leben Sie das?
Silke Elzenbeck: Offenheit heißt für mich, mit Herz und Vernunft weltoffen, tolerant und auf Basis der Achtung von Menschrechten auf Menschen zuzugehen. Ich möchte ihnen zuhören, von ihnen lernen, ihre Probleme und Anliegen verstehen und gemeinsam mit ihnen Wege finden, die ihr Leben ein wenig leichter werden lassen. Die KASA (Kirchl. Allg. Sozialarbeit) berät sehr offen Menschen in Alltagsfragen, wenn sie nicht mehr weiterwissen oder einfach einen Austausch brauchen, sie hilft bei Anträgen für Behörden oder Informationen zu Sozialleistungen und gibt auch Hinweise zu kompetenten Fachstellen. Ich sehe mein Büro und meinen Aktionsraum als Ort für offene, vertrauenswürdige und echte Gespräche und freue mich auf die persönlichen Kontakte und auf alle Menschen, die einmal für ein Kennenlernen vorbeikommen.
Wie sehen Sie das Verhältnis von Diakonie und Kirche? Welche Chancen liegen Ihrer Meinung nach in diesem Tandem?
Silke Elzenbeck: Diakonie ist für mich immer gelebter Dienst an und mit unseren Mitmenschen, sie ist Ausdruck und Aufgabe von Kirche. Diakonisches Handeln entspringt für mich aus unserem Inneren mit Gott als unserer Kraftquelle. Um dies zu erkennen, brauchen wir Kirche. Diakonie und Kirche gehören für mich zusammen und im guten Dialog befruchten sie sich gegenseitig. Als Christinnen und Christen werden wir unser Handeln immer an der frohen Botschaft überprüfen. Wir sind aber nicht alleine, wir gehen gemeinsam und „Gott geht mit uns durch die Höhen und Tiefen unseres Lebens.“
Wir wünschen Ihnen alles Gute für die Einarbeitung in unserer Diakonie, viel Kraft und Segen von Gott und eine gute Zusammenarbeit mit den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den diakonischen Arbeitsfeldern und in den Kirchengemeinden!
Vielen herzlichen Dank!
Das Interview führte Dekan Till Roth.
