Dekanat Lohr auf Sonntagsblatt.de

Kirchenkreise in der Evangelischen Landeskirche Bayern
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Das Dekanat Lohr: Tor zum Spessart, Schneewittchen und Maggi

Die Ortschaften zwischen Spessart und Rhön gelten als beliebte Ziele für den Kururlaub. Auch König Ludwig I. nutzte die Region als Rückzugsort. Was das Dekanat Lohr noch ausmacht und welches bekannte Märchen sich hier abgespielt haben soll, lest Ihr im Porträt.

Das Dekanat Lohr liegt an der nordwestlichsten Spitze von Bayern, auf halber Strecke zwischen Aschaffenburg und Würzburg. "Das Tor zum Spessart" wird Lohr oft liebevoll genannt. In Lohr findet jährlich an Karfreitag eine Bilderprozession statt, an der Protestanten und Katholiken beteiligt sind. Dieses Ritual ist in Deutschland mittlerweile eine Seltenheit, Lohr steht darum umso mehr in der Öffentlichkeit. 

In Lohr selbst sind die Menschen überzeugt, dass sich in ihrer Stadt das Märchen "Schneewitchen" abgespielt hat. Diese Überzeugung geht aus der Geschichte des Freifräuleins Maria Sophia Margaretha Katharina von Ertal zurück. Die Schwester zweier Fürstbischöfe wuchs als Mädchen bei einer Stiefmutter auf.

Die Dekanatsregion ist sehr vielfältig 

Die Region rund um Lohr ist bis heute eine Hochburg der Glasherstellung. Hier werden Gläser für große Lebensmittelfirmen produziert, wie zum Beispiel für die Firma Maggi, die ein Marktführer im Geschäft mit Suppen und Gewürzen ist. Im Spessartmuseum kann man die Geschichte der Glasproduktion in elf Ausstellungsräumen vertiefen. Die Ausstellung geht explizit auf die sozialen und wirtschaftlichen Hintergründe des Gewerbes ein. 

Zwischen Spessart und Rhön liegen 5 Städte, die sich stark unterscheiden. In Bad Brückenau steht ein städtisches Heilbad und ein Staatsbad. Schon Ludwig I. nutzte die Idylle des Ortes, um sich von den Regierungsgeschäften zu regenerieren. Hinter Bad Brückenau liegt Hammelburg. Die Stadt, die sich selber als die "älteste Weinstadt" Frankens bezeichnet. Schon vor 1200 Jahren hinterließ hier Karl der Große in Form von Unterschriften auf Urkunden seine Spuren. Es folgen Markheidenfeld, das schöne Fachwerkhäuser zur Schau stellen kann und Gemünden, das als Drehkreuz für den Bahnverkehr bekannt ist. 

Im Dekanat Lohr gibt es etwas über 20.000 Protestanten

Auferstehungskirche Lohr
Bildrechte: T. Roth

Der Protestantismus wurde durch die Grafen früh in die Region gebracht, konnte sich aber nie in der großen Breite konstant durchsetzen. Zu dieser Zeit gab es nur wenige Christen in der Region. Als im 19. Jahrhundert die Industrie in der Region wuchs, kamen nach und nach mehr Christen in das Gebiet zwischen Rhön und Spessart.  Die 14 protestantischen Kirchengemeinden sind trotzdem deutlich in der Unterzahl. An der Spitze des Dekanats Lohr am Main steht Till Roth. 

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